Krampfadern entfernen – Neue Methoden der Wissenschaft

Beine VarikoseEine Varikosis ist für betroffene Patienten oftmals eine belastende Diagnose. Die sogenannten Krampfadern sehen meist nicht sehr schön aus und belasten gerade weibliche Patientinnen umso mehr. Der gestörte Abfluss des Blutes birgt auch Gefahren, welche Ernst zu nehmen sind. Eine regelmäßige Kontrolle und ggf. Behandlung sind also unverzichtbar. Heutzutage gibt es verschiedene Methoden, um den unangenehmen und gar gefährlichen Varizen den Gar auszumachen. Mit der folgenden Auflistung, soll Betroffenen eine Entscheidung zur Behandlung erleichtert werden.

Wie wird die Ader zur Krampfader?

Dauerhaft erweiterte Venen, die sich willkürlich durch das Gewebe ziehen nennt man bekanntlich Krampfadern. Es gibt stark ausgeprägte und wenig ausgeprägte erkrankte Venen. Letztere nennt man im Volksmund „Besenreiser“, da sie etwas unscheinbarer und weniger großflächig als die richtigen Krampfadern sind. Die typischen Verästelungen der Venen sind meist deutlich in Violett bis hin zu Blau verfärbt. Ein Zeichen für eine Verschlechterung der Venen, wie es deutlicher nicht sein könnte. Die Vene schimmert nun sehr stark und prägnant durch die Haut. Neben dem ästhetischen Aspekt sind die krankhaft veränderten Venen besonders ein Problem sobald sie Schmerzen verursachen. Ein Spannungsschmerz und Schwellungen über die betroffene Körperpartie ist eine Form der Beschwerden, wie sie viele kennen. Zunehmende Veränderungen der Haut und gar die Bildung von Geschwüren sind denkbar. Einen Venenthrombose wäre sogar im schlimmsten Fall lebensbedrohlich. Daher ist eine genaue Kontrolle auch so wichtig!

Ursachen von Krampfadern erkennen, um sie zu beheben

Immer mehr Deutsche leiden unter einem krankhaften Venen-System. Gerade die Varizen, also Krampfadern, entwickeln sich zur Volkskrankheit. Die knotig-erweiternden Venen ziehen sich durch die Repubilk, aber welche Ursachen liegen der Erkrankung zu Grunde?

Es gibt zwei grundlegende Unterscheidungen in der Medizin vor. Eine primäre und eine sekundäre Varikose müssen erst einmal Zuordnung finden. Bei der primären Varikose sind die Ursachen vielfältig und können nicht immer genau geklärt werden.

Als mögliche Gründe für die Erkrankung gelten dann:

  • Eine mögliche Vererbung einer Schwäche von Venen und Bindegewebe
  • Beeinflußung durch Östrogene (Weiblichkeitshormon)
  • Natürliche Alterung der Venen

Für die sekundäre Form sind möglichweise verantwortlich:

  • Tiefgehende Beinthrombosen
  • Herzschwäche (besonders Rechtherzschwäche)

Hier liegt der Erkrankung also eine andere zu Grunde. Das heißt die Krampfadern entwickeln sich durch eine andere Problematik im Körper.

Es werde verschiedene Formen von Varizen unterschieden:

  • Besenreiservarizen (kleinst erweitert)
  • Retikuläre Varizen (netzartig und klein)
  • Seitenastvarizen (mit Verzweigungen gut sichtbar)
  • Perforanzvarizen (Beulenartig mit Faszienlücke)
  • Stammvarizen (Krampfadern aus den Hauptvenen herausgehend)

Die beiden letzt genannten sind sehr schwere Fälle von Krampfadern und sind bereits in ihrer Ausprägung nicht zu ignorieren. Kleine Besenreiservarizen und auch die Retikulären Varizen können hingegen auch unbehandelt bleiben, sollten jedoch regelmäßig von einem Facharzt kontrolliert werden.

Welche Folgen können Krampfadern für mich bedeuten?

Da die pathologischen Venen den gewohnten Blutfluss im Körper stören, können die Folgen von unbehandelten Venen sehr imposant sein. Das zurückgewiesene Blut staut sich und drückt sich zwangläufig in das umlegende Gewebe. Wassereinlagerungen (Ödeme), Geschwüre und Thromosen können auftreten. Auch eine Venenentzündung wäre denkbar. Hierbei kommt es zur Verschließung eines Gefäßes und die betroffene Stelle wird heiß und schwillt an. Im schlimmsten Falle kann eine Lungenembolie erfolgen. Bei sehr ausgeprägten Symptomen ist ein Ulcus cruris, also ein offenes Bein, nicht ungewöhnlich. Die Durchblutung ist hier bereits durch viele Jahre hinweg schwer gestört und entwickelt sich von einem geschlossenen Hautgeschwür zu einer offenen, nässenden Wunde. Dies tritt in der Regel im Umfeld der Waden ein und muss täglich fachgerecht behandelt werden.

Methoden zur Behandlung – Welche ist wirklich vielversprechend?

Laser als BehandlungDie deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) ist wahrscheinlich die führende Zusammenkunft an Experten der Gefäßchirurgie. Ein besonderes Augenmerck legt man hier auf die Aufklärung von Patienten, um auch mögliche Maßnahmen zur Vorbeugung zu vermitteln. Viele Kleinigkeiten entlasten bereits das menschliche Venen-System und können auch bei einer bereits vorliegenden Erkrankung schlimmeres verhindern. In anderen Fällen ist eine Behandlung allerdings unabdingbar. Es unterscheiden sich Maßnahmen ohne eine Operation (konservativ) und der operative Eingriff. Leichte Erscheinungen wie Besenreiser können auch durch spezielle Cremes versorgt werden. Besonders produkte aus rotem Weinlaub sind auf dem Markt verbreitet und auch Rosskastanienextrakt hilft zur Venenkräftigung.

Für ausgeprägte Verläufe bleiben diese Möglichkeiten:

Therapie durch Kompression: Hier werden spezielle Kompressionsstrümpfe angefertigt, welche genau den Körpermaßen entsprechen. Ein gezielter Druck auf die Beingefäße verringert den Umfang der Venen, wodurch sich die Venenklappen wieder korrekt schließen können. Der Druck ist im Bereich der unteren Beine am stärksten und nimmt nach oben gehend leicht ab, um das Blut wieder in Richtung Herz weiterzuleiten.

Verödung der Krampfadern: Die betroffenen Venen werden durch diesen Eingriff verschlossen und damit nicht mehr durchblutet. Von nun an treten umliegende Venen ein und übernehmen die geforderten Aufgaben. Auch hier wird im Anschluß als unterstützende Maßnahme ein Kompressionsverband angelegt. Die sogenannte Sklerotherapie ist bei leichten Fällen der Varizen empfohlen und darf nicht bei bestehenden Hautveränderungen eingesetzt werden.

Lasertherapie: Auch bei dieser Variante wird am Ende die Vene verödet und soll sich im Anschluss selbst abbauen. Erreicht wird das Ergebnis hier durch die Hitze des Lasers. Lediglich ein kleiner Einschnitt ist hierzu notwendig, um an die Vene vorzudringen. Durch eine paralelle Ultraschallkontrolle wird der Vorgang begutachtet. Mittels einer örtlichen Betäubung spürt der Patient keinen Schmerz und im Anschluss unterstützen Kompressionen die Heilung.

Radiowellentherapie: Auch diese dient dem Verschluss der Krampfader mit Hilfe von Hitze. Laser- und Radiowellentherapie werden nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die erste Variante jedoch schon.

Stripping: Hier wird die ausgediente Vene zum Teil oder ganz entfernt. Der pathologische Teil der Vene wird dank eines kleinen Einschnitts in der Leiste gezogen. Mediziner lassen lieber einen gesunden Teil der Vene zurück, um diesen vielleicht später für eine andere anfallende Operation zu nutzen.

CHIVA-Methode: Hier soll die kranke Vene nicht entfernt, sondern nur abgebunden werden.

Externe Valvuloplastie: Nach einem Leistenschnitt stülpt der Operateur eine Polyestermanschette über die Rosenvene. Durch die Verkleinerung des Durchmessers können die Venenklappen wieder schließen und die Vene bleibt insgesamt für mögliche spätere Bypässe etc. erhalten.

Kann eine Prophylaxe helfen?

Laut der DGA und vielen anderen kompetenten Chirurgen gibt es bereits im Alltag zahlreiche Möglichkeiten, unsere Venen zu entlasten. Das bekannteste Mittel zur Vorbeugung ist es die Beine öfter hochzulegen. Sind die Beine wenigstens 3 bis 5 Zentimeter höher gelegen, fließt das Blut automatisch zurück und schont die Gefäße. Auch eine stetige Steigerung der Bewegung unterstützt unseren Körper, indem die Muskelpumpen gestärkt werden. Hier sollte allerdings Ausdauersport wie Joggen bevorzugt werden, da eine gleichmäßige und schonende Bewegung vorteilhaft ist. Eine gesunde Ernährung und die Einhaltung der Körpermaße sind generell zu empfehlen und schützen den Körper vor vielen Herz- und Kreislaufkrankheiten. Auch in der täglichen Kleidungsroutine können Kleinigkeiten die Beanspruchung der Venen mindern. Kleidung, Strümpfe und Co sollten beispielsweise nicht zu eng anliegend sein. Alles was die Zirkulation des Blutes im Körper stört, sollte unterbunden werden. So gelten auch zu hohe und enge Pumps und Stiefel als Risikofaktor. Spezifische Gymnastik für die Venen gilt als bestes Mittel zur Vorbeuge bzw. Erleichterung. Wenige Miinuten am Tag verbessern die Leistung unserer Venen enorm.

Was sollte ich dringend unterlassen?

Absolute No GosEin sogenanntes „No-Go“ für Betroffene wäre eine übermäßige Erhitzung des Körpers. Von Saunagängen, ausgedehnten heißen Bädern und Co ist dringend abzuraten, weil hierdurch die Venen weiter ausgedehnt und überansprucht werden. Sportarten die einen ständigen Richtungswechsel fordern, sind nicht vorteilhaft für die Venen. Die schnellen Reaktionen überlasten die Beine unnötig und nutzen die Gefäße damit ab. halten Sie also Stress von Ihren Venen fern und schonen Sie auch einmal bewusst den Körper durch Hochlagerung, oder unterstützende Cremes zur Förderung der Durchblutung.

Insgesamt bleibt zu sagen, eine bewusste Lebensform schützt den gesamten menschlichen Apparat und verhilft zur Erhaltung der Gesundheit. Ein Besuch beim Facharzt bleibt bei Problemen aber unverzichtbar.

Quellen: